„Liebesgeschichten – ach so“ (die tageszeitung)
Am Telefon drohte Andreas Salm damit, dass es sich bei seinen musikalischen Erzeugnissen
um Chansons handeln würde. Zum Glück stellte sich diese Selbstdiffarmierung als komplette
Irreführung heraus. In Wahrheit nämlich erzeugt Salm mit Klavier und Stimme musikalische
Dinge, für die es auf diesem Planeten keinen Namen gibt. (...) Salm will etwas erzählen,
ohne großen Wert darauf zu legen, verstanden zu werden. Irgendwie sympathisch. Seine
feuchten Flüstereien, die gemächlichen Klavierwellen und sonderbaren Geräusche wollen
den Hörer gar nicht überwältigen. In ruhiger, interessierter Gelassenheit harrt der
vergnügt der Dinge, die da kommen. Am allerschönsten ist aber das Bob Dylan-
Brutale Akkorde und zarte Akzente (Neue Musikzeitung)
Lieder, Chansons, Balladen nach Texten von Shakespeare, Celan, Tucholsky, Novalis, Hesse, Brecht und anderen Dichter, oft dunkle Texte von Trennung und Abschied, aber auch von zarter Sehnsucht oder von aggressivem Verlangen, bilden das Programm „moonchild“. (...) Etliche ursprünglich deutsche Texte hat Andreas Salm ins Französische, Englische oder Polnische übertragen, verwendete auch mehrmals aus diesen Sprachen. (...) Die Stimme des Künstlers variierte vom nahen intimen Effekt bis zu kalter, schneidender Schärfe. Die Stärke dieser Stimme ist weniger das sängerische Timbre als vielmehr die rhythmische Artikulation. Im Eröffnungsstück, dessen Elemente gegen Schluss noch einmal aufgegriffen wurden, schlug der Künstler mit einem Gummischlägel einige tiefe Saiten des Flügels an, die Urwelten assoziierten; dann griff er Akkorde, brutal, zart, gewischt, gehaucht, klare Harmonien und scharfe Dissonanzen. (...) Empfindungen und Bilder stellt er oft klangmalerisch liebevoll dar und bricht dann gerne mit brachialer Ironie da hinein. Als Pianist erwies er sich als kraftvoller und virtuoser Könner am Flügel.
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